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Dienstag, 24.01.2012, 14:03

... weil lans ihre mutter verloren hat. selber erkrankt ist.
http://lans2011sinndeslebens.mywoman.at/stories/783132/

... weil eine freundin bei einer überweisung wegen des vermerks "achtung: patientin leidet an schweren depressionen" fast verrückt wird vor angst, was man ihr wohl verschweigen wollen könnte oder besonders mitfühlend mitteilen sollte

... weil die tochter einer freundin so depressiv und selbstmordgefährdet ist, dass die mutter zusamenklappt und selber hilfe in anspruch nehmen muss

... über die jahre drei menschen aus meinem freundes/bekanntenkreis selbstmord begangen haben

... weil um mich rum reihenweise frauen umkippen, diagnose depression und/oder burnout. vor allem frauen, die STARK sind und so wahrgenommen werden.

... weil ich denke, dass little devil recht hat damit, dass depression uns alle angeht.


... deswegen hol ich diesen blog wieder nach oben.


mal schauen, ob es euch auch so geht wie mir. vielleicht habt ihr auch – und jetzt – das bedürfnis, euch über diese schlimme und irgendwie ungreifbare krankheit auszutauschen.

das bild (bildquelle & copyright: david nibeck, imagebase.com) habe ich gewählt, weil es mich an "a man for all seasons" von robert bolt erinnert. sir thomas more sagt dort 8soweit ich mich erinnere): "you hold yourself in your hands. like water. if open your hands, you won't find yourself again"

ist es das, was bei einer depression passiert? du öffnest die hände, die begrenzungen deiner persönlichkeit, fließt davon, verschwindest in der dunkelheit?

liebe grüße
jackie


 
Liebe Jackie,
ich glaub es fängt bereits damit an, das die wenigsten (mir eingeschlossen) wissen was genau eine Depression ist. Wo sie anfängt und welche Erkennungsmerkmale es gibt?

Ist es bereits eine Depression, wenn man einen ständigen Erschöpfungszustand verspürt? Oder wenn man es einfach in der früh nur schwer schafft, aus dem Bett zu kommen? Aber auch wenn man vielleicht gar keine Nachtruhe bekommt, weil einem das Gedankenkarussel fest im Griff hat?

Ich glaub es gibt soviele Menschen die das ein oder andere schon mal verspürt haben aber die wenigsten würden sich trauen offen von einer zumindest beginnenden Depression zu sprechen.

Zumal es ja in der Gesellschaft noch immer ein Tabuthema ist!!!

Ausserdem glaub ich das die meisten Ärzte dieses Thema auch von der falschen Seite angehen, da werden schnell mal Psychopharmka verschrieben und gut is!

Also insofern, ist es schon sehr schwer, das richtige zu machen.

LG
 
ja, minimausal
mir geht es da wie dir, ich seh mich nicht wirklich raus.

dazu kommt mein grundlegendes misstrauen gegen psychopharmaka.

andrerseits weiß ich, dass es sogenannte endogene (physische, von innen herauskommende) depressionen gibt, die quasi nur mit medis behandelt werden können. und aber auch exogene (von außen kommende) depressionen. bei denen aber auch oft allzugern, allzuschnell medikamente verabreicht werden. dabei darf dann wiederum nicht vergessen werden, dass depressive so selbstmordgefährdet sind, und bevor arzt/in riskiert, dass patient/in aus dem fenster hupft, verteil er/sie dann wohl auch lieber pillen.

sehr schwer f mich, in dem ganzen irgendeien form von linie auszumachen
  • jh,
  • 2012.01.24, 14:26
 
Ja Jackie
es ist echt schwer da eine Linie zu erkennen.

Mir ist es selbst schon so ergangen, das ich das Gefühl hatte ich kann nicht mehr, hätte mich am liebsten daheim vergraben und wollte nichts hören und nichts sehen. Wenn man das aber anderen Menschen erzählt, dann bekommt man oftmals zu hören: Geh jetzt stell dich nicht so an!!! Geh in die Apotheke hol dir Tropfen und das wird wieder.

Das find ich persönlich halt auch nicht die richtige Reaktion, aber irgendwie ist halt jeder in seinem Hamsterrad drinnen und hat gar nicht die Zeit und Kraft dem anderen zu helfen!
 
stell dich nicht so an!!!
der schlimmste spruch, knapp hinter: jetzt reiß dich aber zusammen.

:-(((
  • jh,
  • 2012.01.24, 14:41
 
richtig,
aber es hat zumindest bei mir bewirkt das ich mich selbst aus dem Loch gezogen habe und versuche wieder auf Spur zu laufen.
 
bei mir bewirkt es ...
... das genaue gegenteil.

ich breche ja unter druck.

und je mehr druck von außen auf mich ausgeübt wird, desto weiter ziehe ich mich zurück, desto zorniger werde ich auch.

allerdings denke ich, dass diese phasen, die ich nur zu gut kenne, keine richtigen depressionen sind.

ich nenn das immer depressive verstimmung.

oder nervenzusammenbruch, wenn mich kleinigkeiten so zum explodieren bringen, dass ich nur noch schreien & heulen könnt (alles schon geschehen, alarmstufe ROT. da hilft dann nur noch, außenwelt auf minimum reduzieren und gaaaaaanz lieb zu mir sein <3 )
  • jh,
  • 2012.01.24, 14:50
 
Wenn ich den morgigen Tag überlebe....
..... und das ist schon möglich, dann kann ich eine Menge beitragen...... immer noch am überlegen, ob ich das möchte.... einerseits möchte man den Leuten vermitteln.... "Hey, Du! Du bist nicht alleine....." - andererseits gibt es wirklich wahr so böse Menschen da draußen, die nur darauf aus sind, "Schwächen" aufzudecken, auszuschlachten..... Nojo....

Küsschen / Grüßchen

Josie / Mac
  • josie,
  • 2012.01.24, 16:27
 
du hast recht
die gibt es. darüber habe ich auch nachgedacht.

allerdings ist es nicht so leicht, mich zu kränken, und andrerseits bin ich der überzeugung, dass schwäche(n) zeigen und zugeben zu können, zu den größten stärken gehört.

und morgen: ich bin in gedanken bei dir!!
  • jh,
  • 2012.01.24, 16:31
 
Liebe Jackie,
Ich finde es toll, dass du diesen Blog nach oben holst.
Dieses Thema wird immer noch viel zu sehr totgeschwiegen bzw. ich habe oft den Eindruck, dass es in unserer "Spaßgesellschaft" gar nicht erwünscht ist darüber zu sprechen.

Als ich, durch 2 Todesfälle in der Familie meinen Trauerprozess durchlief, fiel mir auf, dass einige, mit denen ich über meine Trauer sprach, komplett überfordert damit waren. Natürlich konnte ich Sie auf der einen Seite verstehen, denn sie wußten nicht, wie sie sich mir gegenüber verhalten sollten.
Sie konnten damit überhaupt nichts anfangen und gaben mir oft das Gefühl "jetzt stell dich nicht so an".

Auch über das Thema Depressionen wird ausgegrenzt, wie ein an Lepra erkrankter Mensch. Ich habe in meiner Familie 2 Menschen, die beide an Depressionen leiden. Beide sind/waren in Behandlung und nehmen auch Antidepressiva. Bei meiner Tante konnte ich regelrecht beobachten, wie die Freunde immer weniger wurden. Anfangs riefen sie noch an, doch wenn sie gerade wieder eine depressive Phase hatte, wollte und konnte sie niemanden hören, geschweige den, sehen. So blieben nur mehr sehr wenige übrig. Ich habe mich damals gefragt, waren das "wahre" Freunde? Denn in meiner "kleinen" Fantasiewelt, stellte ich mir vor, daß einen wahre Freund durch dick und dünn begleiten. Doch heute frage ich mich, kann man das wirklich von jemanden verlangen? Es ist schon für die Familie unheimlich schwer, damit umzugehen.

Ich stelle mir immer wieder die Frage. Was sind Depressionen? Durch was werden sie ausgelöst? Was ist die Ursache? Wird irgendwann einmal eine Heilung möglich sein?

Ich glaube, je mehr der Druch durch die heutige Leistungsgeschellschaft steigt, desto höher wird die Anzahl derer, die an dieser oder einer ähnlich gelagerten Krankheit leidet. Es zählt nur mehr Profit und Geld. Die Mensch dahinter ist unwichtig. Zumindest ist das mein Eindruck, von unserer derzeitigen Gesellschaft. Aber natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel.

SChick dir viele liebe Grüße.

Irland
 
diese fragen
beschäftigen mich auch.

und es stimmt, dass unsere gesellschaft total ungnädig mit themen wie herz- und seelenschmerzen, trauer usw umgeht :(

kurzes mitgefühl (wenn überhaupt, kommt draufan, was die ursache ist, ob es quasi ok ist, von der rolle zu sein), dann rasch-rasch so bald wie möglich zum üblichen alltag zurückkehren ...
  • jh,
  • 2012.01.24, 17:54
 
keine Ahnung
was eine Depression ist
aber der Satz
du öffnest die hände, die begrenzungen deiner persönlichkeit, fließt davon, verschwindest in der dunkelheit? ....
hm grübel

Ente
 
Liebe Jackie,
toll, dass du diesen Blog wieder nach oben geholt hast. Ist ja wirklich ein wichtiges Thema und sollte daher nicht in Vergessenheit geraten.

Momentan plagt mich dieses Wort leider des öfteren, denn meine Beste Freundin sagt gelegentlich, dass sie schon wieder in einer Depression ist, hat momentan ziemliche Problem unter anderen STreit mit ihrer Mutter und fühlt sich dann auch oft allein (Mr. Right war auch noch nicht da) etc.! Mach mir echt schon Sorgen und weiß aber auch keinen Rat wie ich ihr helfen könnte (vor allem da uns mehr als 300 km trennen). Vielleicht hat ja irgendwer hier im Blog eine Idee.

GLG
L_D
 
danke jackie
das ist eine gute Idee!
 
Über Depressionen...
...spricht man nicht, man bekennt sich nicht dazu, man lächelt sie weg und verleugnet sie solange man kann - und dann, dann kommt der Zusammenbruch, der Moment, in dem es einfach nicht mehr weitergeht.....

Berufsbedingt habe ich mit vielen depressiven Menschen zu tun. Das Eigenartige ist, es sind Menschen, denen man diese Krankheit (und es IST eine Krankheit!) niemals "zutrauen" oder ansehen würde.
Die Gründe oder Auslöser sind die unterschiedlichsten, allen gemeinsam ist, dass die Betroffenen sehr darunter leiden. Sie erleben nicht nur dunkelgraue bis schwarze Tage, sie leben mit Ausgrenzung, Vorurteilen und Demütigungen (das berühmte "jetzt reiß dich doch zusammen und lass dich nicht so gehen" ist nix anderes als demütigend).

Und genau da liegt das Problem: dass psychische Erkankungen in unserer Gesellschaft nicht als Krankheit anerkannt werden. Ein köperliches Gebrechen ist für jeden sicht- und erfaßbar. Ein psychisches nicht....

Zu dem, was Irland schreibt (dass die Freunde sich in vielen Fällen distanzieren), möchte ich noch was sagen.
Eine Freundin litt jahrelang an Depressionen. Ich hab es nicht gemerkt. Sie hat es sehr sehr lange sehr gut kaschiert. Als es nicht mehr ging und sie stationär behandelt werden musste, hat sie sich zurückgezogen. Nur zögerlich war es ihr danach möglich, mir ihre Gedanken und Ängste mitzuteilen. Ich tat mein Bestes, versuchte, sie zu verstehen und zu unterstützen. Was nicht immer leicht war, aber so halbwegs funktionierte- solange bis sie selbstständig die Medikamente absetzte....und irgendwann nicht mehr konnte und ihrem Leben ein Ende setzte.

Was ich sagen will ist, dass einem als Freundin auch Grenzen gesetzt sind. Depressive ziehen sich zurück und wenn sie Hilfe nicht annehmen wollen, ist man chancenlos.
 
Als ich noch
ein Kind war , litt meine Mama unter schweren Depressionen, sie wollte sich das Leben nehmen, gottseidank wies sie der Hausarzt aber noch rechtzeitig in die Landes Nervenklinik ein, wo sie einige Zeit verbrachte.
Mein Papa kümmerte sich in dieser Zeit um uns und wir bekamen von der Caritas eine Familienhelferin zugeteilt.

Noch heute muß sie Medikamente nehmen...

Ganz LG
Christina
 
Co-Erkrankt --- 3 schreckliche Jahre
hatte ich von 1999 bis 2002. Mein Ex-Mann erkrankte scheinbar "aus dem nichts" an einer Endogenen Depression. Bis die Diagnose fix stand vergingen viele Monate. Erst hielt ich es für den berühmten "Pensions-Schock". 14 Stunden-Arbeitstag als Verwaltungsdirektor mit einer Mördergage; und plötzlich nix mehr zu tun. Zwei Häuser in der spanischen Sonne, eine 26 Jahre jüngere Frau (ich) und ein sorgenfreies Leben konnten daran auch nichts ändern. Mich hat es mit runtergezogen, aber wir fanden irgendwie einen Weg aus dieser Krise. Es hat zwar final die Ehe scheitern lassen ( das ist heuer 10 Jahre her ) aber ich fühle mich auch heute noch für ihn verantwortlich und ziehe das durch. Es trennen uns zwar 900 Kilometer (Wien-Köln), aber das tut der innigen Freundschaft keinen Abbruch. Wir sehen uns regelmäßig und ich bin froh, dass mein 2. Ehemann damit kein Problem hat.
.
Abschließend kann ich nur sagen, dass sich der Kampf gegen die Erkrankung lohnt. Aber die Personen im Umfeld müssen SEHR gut auf sich achtgeben, damit sie nicht selber auch untergehen.
 
@ the_one_and_only + irland
Eure beiden Beiträge sind hervorragend.

Das Tragische an der Depression ist einerseits, dass das persönliche Umfeld des/der Erkrankten quasi hilflos daneben steht.
Das zweite Dilemma ist, dass die Erkrankung eben über lange Zeiträume nicht als solche erkannt wird.

Depressionen hat es schon immer gegeben, aber schlimm finde ich, dass in der schnelllebigen Zeit von heute sich psychische Instabilität schnell zur Depression ausweiten kann.
Durch Faktoren wie
.
- Einsamkeit
- Arbeitslosigkeit
- Perspektivlosigkeit
- Armut
- fehlende soziale Bindungen
.
wird der Grundstein gelegt.
An dieser Stelle sollten wir uns alle mal fragen, was in unserer eigenen sozialen Umgebung so los ist.
Nicht weg schauen ist viel einfacher als man glaubt.
 
auch in meiner..
..umgebung gibt es immer mehr fälle von depressionen oder burn out. und es ist so wie schon in einigen kommentaren geschrieben wurde… man steht dem ganzen irgendwie hilflos gegenüber, wie helfen, was sagen?

ich finde, dass auch die gegenteiligen faktoren von einsamkeit, arbeitslosigkeit, armut,…… depressionen auslösen können. so wie ich es heute in der früh erfahren habe, eine bekannte, familie, kinder, beruf, keine armut, soziale bindungen sind da, also alles passt, liegt im spital, depressionen oder burn out, so ganz genau weiß man es noch nicht, wahrscheinlich beides.

ich frage mich oft, wird in der heutigen zeit, trotz aller emanzipation und gleichberechtigung in wahrheit der druck auf die frauen (ich bleib jetzt bei den frauen) nicht immer größer? steigt dadurch nicht die gefahr, in eine
depression oder ein burn out zu schlittern?
die anforderungen die gestellt werden, jung, dynamisch, natürlich gut aussehend, gebildet, erfolgreich im beruf und so nebenbei familie und kinder ganz locker bewältigen,… geht ja alles ganz locker, wenn man die berichte in den diversen zeitschriften verfolgt, oder die bücher liest, die über dieses thema geschrieben werden. dieser Satz „man kann alles, wenn man will“, der da immer wieder auftaucht, den ich aber gar nicht so gut finde. denn man kann nicht immer alles was man will, der körper setzt grenzen. auch ich wollte jahrelang perfekt sein, auch mir hat mein körper grenzen gesetzt. vielleicht sollte man ein wenig weg von dem streben nach immer mehr, immer perfekter… ich finde perfekt muss gar nichts sein, gut reicht, das könnte vielleicht für viele hilfreich sein.

liebe grüße
 
die andere seite...
sollte man aber auch nicht ausser acht lassen.

wieviele wissen, dass sie an depressionen leiden und wissen, dass sie medi nehmen sollten, tun es aber nicht?

oder wieviele wissen, dass sie depressionen haben und wollen sich, aus welchen gründen auch immer nicht helfen lassen?

ja, die gibt es auch, zu hauf sogar, aber helfen, im weitesten sinne, ist fast unmöglich.

ein sehr guter neurologe meinte mal (ich kenne ihn persönlich), dass sie sich selbst eingestehen müsse, dass sie krank ist, wenn dies nicht geschieht, geht gar nichts.

ich glaube, dass er in diesem punkt gar nicht so unrecht hat.

ich selbst, bin zwar ein energie bündel, aber im schnitt erleide ich ca jedes jahr, dass ich mir eine auszeit nehmen muss, von ca 3 wochen.
welche mir gehören, in diesen drei wochen, bin ich müde, ausgelaugt und will nicht...
will nicht, im hamsterrad laufen, will mich nicht richten, nach allem möglichen.

mittlerweile weiss ich das schon, es ist auch immer zur selben jahreszeit, aber ich nehme mir die zeit um kraft zu tanken und durch zu atmen.

danach, bin ich, wieder ich, wie immer.

lg

sandra
 
Liebe Jackie!
Diese Krankheit ist etwas ganz Furchtbares und wie Du schon schreibst, jeder kennt jemanden, der vielleicht daran leidet oder deswegen vielleicht sogar in den Freitod ging usw. - und weißt was das Schlimmste ist, man kann dieses Menschen nicht helfen, selbst nicht, die brauchen da eine gezielte Behandlung.
Ich selbst, jetzt oute ich mich einfach ist eh wurscht, hab im Moment so eine reaktive Depression, d.h. das kommt und geht, so in der Art einmal zipfts mich voll an und dann ist wieder alles ok, also ein auf und ab und meine Therapeutin hat gesagt, dass das so genannt wird.
In der heutigen Zeit ist das einfach so arg, es wird immer mehr und mehr verlangt, die Leute haben Angst um den Arbeitsplatz, Existenzängste usw.
Erst neulich ist in unserem Dorf ein junger Mann (ca. 35) in den Freitod gegangen, der hatte eine Frau und 2 Kinder, da krieg ich eine Gänsehaut und mir wird ganz anders.
Ich hab mir gedacht, ich frag da bezüglich meinem Gemütsauf und ab meine Therapeutin und mach gleich etwas bevors ev. ein burnout oder so wird, das war mir wichtig.
Und noch einen Punkt möchte ich ansprechen, man sieht das den Leuten nicht an, wenn jemand krank ist vielleicht schon, aber eine Depression sieht man nicht und genau das ist so schwierig und dann sagen die Leute wenn z.B. jemand den Freitod wählt, das hätten sie von Demjenigen nicht gedacht, da war eh alles ok und der/die war immer so lustig ....
Das war mir jetzt echt wichtig zu schreiben und es stimmt schon auch wie Du zum Schluß schreibst, die Frage mit dem Verschwinden in der Dunkelheit,
glg indian
 
((indian))
nimmst du denn jetzt medikamente?

und was bedeutet reaktiv? dass du quasi mit depression auf bestimmte (äußere? innere?) umstände reagierst?

und was das "lustig sein" betrifft, da steigt in mir das bild eines clowns auf, lachendes gesicht, traurige augen.

anna kropf hat dazu eine schönen text geschrieben: http://www.e-stories.de/gedichte-lesen.phtml?26656


lieben gruß
jackie
  • jh,
  • 2012.01.25, 11:35
 
Die Depression hat zugeschlagen!
Gerade eben, hab ich erfahren das von einem ehemaligen Arbeitskollegen die Frau sich vor den Zug geschmissen hat!!!!

Sie hat es überlebt, doch es mussten Ihr beide Beine abgenommen werden!

Das war bereits ihr dritter Versuch ´:-(

Nicht auszudenken, was die Familie und vorallem die Kinder jetzt durchmachen müssen.
 
OMG, minmausal
wie furchtbar!!!!

mir fehlen die worte :'-(((
  • jh,
  • 2012.01.25, 13:01
 
Die Schlaumeier und Besserwisser!!
Ich könnt kotzen...(sorry für den Ausdruck)!!!

All diese Besserwisser und Schlaumeier in unserer Abteilung zerreissen sich natürlich wieder fleissig die Pappn über den Selbstmordversuch der Frau.

Die Familie hätte schauen müssen, der Ehemann hätte dahinter sein müssen, na und der ist jetzt ohnehin überfordert mit den zwei kleinen Kindern und ausserdem und überhaupt!

Ich find dieses Schicksal so grausam...das ich gar nicht erst dazukomme mir über den Schuldigen Gedanken zu machen....es ist keiner Schuld! Ich bin auch davon überzeugt NIEMAND hätte es ändern können!

Boah....mich regt das grad so auf!!!!!!!!!!!
 
liebes minimausal...
bitte zerreiss mich jetzt nicht in der luft...dies ist nun einfach ein gedanke von mir, vielleicht auch aus dem grund, da ich doch auch freiwillig bei der rettung bin und somit auch vieles sehe und gesehen habe.

wenn man wirklich sterben will, dann funktioniert das, wenn es immer "daneben" geht, dann sehe ich dies als hilferuf.

ein sehr sehr guter freund von mir, wurde aus unglücklichen zufällen, von einem zug erwischt. ein mal ihm monat besuche ich sein grab und denke noch sehr oft an ihn, auch wenn er nun schon 10 jahre tot ist.

wenn sich jemand vor den zug wirft, auch wenn man noch so verzweifelt ist, dann kann man dies so oder so machen.

lg

sandra

ps: ich verurteile nicht, gar nicht, krank, ist krank.
 
Liebe Sandra!
Keine Sorge ich zerreis dich nicht!

Weißt du ich glaube an Schicksal und das es jetzt bereits dreimal nicht funktioniert hat, sagt für mich...das sie hier noch eine Aufgabe hat und oben noch kein Platz für sie frei ist.

Natürlich kann man dazustehen wie man will, aber den Angehörigen jetzt einen Vorwurf machen find ich absolut nicht ok! Schließlich wissen wir "nur" über den Selbstmord, aber nicht die Hintergründe oder aber die bereits absolvierten Therapien. Möglicherweise war sie ja in Therapie?

Auch das der Mann jetzt so an den Pranger gestellt wird, gefällt mir gar nicht. Wenn da so Kommentare wie: Er hätte es ahnen müssen? Wahrscheinlich war er ihr nie ein Stütze und deshalb hat sie diesen Weg gewählt?

Was sollen diese Spekuatlionen?! Ich hab ihn als absolut verantwortungsvollen und verlässlichen Mann kennengelernt, der seine Familie über alles geliebt hat! Aber man darf halt nicht vergessen, das 2 gescheiterte Selbstmordversuche nicht gerade ein Honiglecken für den Partner sind und das er bereits mit 25 Jahren einen Herzinfarkt in der Arbeit hatte.

Also alles keine leichten Umstände!

Ich reg mich noch immer so auf, noch dazu bin ich jetzt der Buhmann, weil ich eine andere Meinung habe und diese auch noch kundgetan habe!
 
liebes minimausal...
der buhmann sein, tut nicht weh...

also kopf hoch...

die ganaueren hintergründe wissen die betroffenen personen wohl am besten, welche auch immer das sein mögen...

und nicht ärgern, ist doch nichts neues, dass sich frauen gerne mal das maul über dinge zerreissen, von denen sie gar keine ahnung haben

lg

und alles gute

sandra
 
ja grundsätzlich
ist das schon richtig, aber weisst du wenns da um eine Krankheit und deren Folgen und im weiteren um einen Schicksalssschlag geht, dann kann ich nicht ruhig bleiben!

Liebe Grüße
 
liebes minimausal...
naja wenn du sie gekannt hast oder besser gesagt kennst, verständlich..

aber jeden tag, ist jemand vom schicksal oder von krankheit gebeutelt...überall...
leider...

lg

sandra
 
nein
ich kenne sie nicht persönlich, nur ihren mann.

Aber nichts destotrotz rege ich mich über die Kommentare meiner Arbeitskollginnen auf. Weil egal wer diesen Schicksalsschlag erleidet, bei jedem würde ich so reagieren.

Natürlich erleiden viele Menschen täglich Schicksalsschläge, das ist auch jedesmal gleich tragisch aber wenn es dann jemanden trifft, den du persönlich kennst, trifft es dich noch eine Spur mehr, weil du eben ein Gesicht zum Schicksal hast und auch Lebensgeschichten von denen kennst.

lg
 
natürlich..
keine frage, wie schon gesagt, wenn man einen persönlichen bezug hat, ist es noch schwerer...

lg

sandra
 
liebe minimaus
lass dich ja nicht unterkriegen, ich find das super, dass du stellung beziehst

fakt ist, keine/r weiß, was in der familie wirklich vorgeht. und gleich das schlechteste anzunehmen, mag eine art sein, wie außenstehende damit umgehen, weil sie nicht wissen, wie sie das sonst irgendwie integrieren sollen.
aber ok ist es deswegen noch lange nicht!

ganz lieben gruß
jackie
  • jh,
  • 2012.01.25, 16:39
 
ich durchlebe es noch immer
liebe jackie,
derzeit holt es mich wieder ein wenig ein
und doch bin ich über das ärgste hinweg
mit hilfe, die ich noch immer in anspruch nehme
ich habe mein STARKSEIN müssen abgelegt
doch die ganz schwarze dunkelheit hab ich durchlebt
in allen phasen und mit allen fasern gespürt.
Hautnah, seelennah
jetzt kurz vor meiner OP ist es wieder da, das für viele
unbegreifbare, die angst.
Ich werde es schaffen das sag ich mir immer wieder,
und dennoch schafft ,,ES" mich auch.
 
tja - ab wann ist es eine Depression?
wenn du (man) (ich) schon als Kind - Kleinkind gedanken vom sterben hattest ... vom dich selber sterben lassen?

wenn du (man) (ich) in so eine tiefen Loch hockst das du (man) (ich) das Gefühl hast zu ersticken?

wenn du (man) (ich) stundenlang vor der Wohnungstür stehst und keine Kraft mehr da ist die Klinke nach unten zu drücken um in Freie zu kommen?

Es gibt viele Beispiele in diesem (dessen) (meinem) Leben ... herauszufinden was das genau ist - das ist aber leider noch niemandem gelungen ... was man (mir) oft angeboten bekommt sind - Schlafmittel ... das verschreiben die Damen Und Herren Doc sehr sehr gerne ...

Ich habs immer abgelehnt - und das gab mir Kraft. Als Kind hast KEINE Chance ... das merkt niemand, da bst halt komosch, schüchtern, zurückgezogen oder hast ADS oder was gerade modern ist.
Damit lebst als Kind - solange bis du groß genug bist etwas zu TUN ... manchmal leider mit verherendem Ausgang.

Frage noch: kommt man (ich) damit schon auf die Welt oder bekommt man (ich) das durch irgend einen "Auslöser?
espresso
 
@ flower & espresso
danke f eure offenheit, das ist sowas von mutig <3

angst ist was ganz schlimmes, nimmt die luft, nimmt die klaren gedanken, überwallt alle anderen gefühle

ach, und espresso, das kleine mäderl, das du zeichnest, das würd ich jetzt gerne einfach nur in den arm nehmen

und jetzt geh ich offline, der heutige tag hatte es in sich. trubel (dazwischen auch jubel und heiterkeit, keine frage) seit 6h20 bis jetzt.

jetzt ist dringend atmen angesagt. ausatmen, einatmen.

vorher muss ich noch was nachschaun und dann ... i und mei couch

ganz lieben gruß, wir lesen uns morgen
eure jackie
  • jh,
  • 2012.01.25, 19:50
 
Liebe Jackie,
ich wusste gar nicht, dass es einen solchen Blog hier gibt. Aber ich finde ihn absolut notwendig.
Ich bin sehr erschüttert über die Geschichte von Lans. Depressionen holen fast jeden und jede ein. Ein Spruch von dir hat mir gut gefallen "Ich breche unter Druck.."
Ist der Burnout, über den jetzt so viel gerätselt wird, nicht der direkte Weg in die Depression?

Weißt du, mein Vater hat Selbstmord begangen und der Neffe der Taufpatin meines Sohnes ebenfalls.

Eine Schulkollegin von mir hat sich im Alter von 21 das Leben genommen.

Die Frau eines lieben Bekannten hat sich von einem Hochhaus gestürzt.

Was ist los? Das frage ich mich. Wieso ist das Leben so schwer und wird von manchen Menschen so unerträglich empfunden?

Auch ich kenne dieses Gefühl der Verzweiflung, der Leere. Diese Müdigkeit. Aber ich bin eine Kämpfernatur, lebe unheimlich gerne und freue mich an jedem Morgen.

Früher war ich ruhig und oft schüchtern. Das habe ich mir abgewöhnt. Ich stehe heute zu meinen Emotionen, zu den guten und den bösen. Ich verbiege mich überhaupt nicht mehr. Ich stehe zu mir. Und ich lasse mich nicht entmutigen.

Nach neuesten Erkenntnissen ist ein Teil der Depressionen auch organbedingt. Eine endogene Depression entsteht unter anderem auch durch einen etwaigen Herzfehler.

lg Magda
  • magda,
  • 2012.01.25, 20:13
 
ich
gehöre dafür wieder zu jenen die für depression so wenig verständniss aufzubringen vermochten wie die katz dem mauseleben... für jemanden wie mich war depression weder eine krankheit noch ein zustand sondern eine offene bekundung von schwäche und unfähigkeit...

auch meine mutter war depressiv... doch sie hat es gut getarnt... die manischen phasen hat sie bewußt vor uns ausgelebt und uns damit die lustigen und überdrehten schönsten seiten gezeigt... die depressionen hat sie versteckt... da war sie einfach unangreifbar.

mit einem mann verheiratet zu sein, der einfach alles im leben positiv sieht und erlebt muss für sie teilweise die hölle gewesen sein. und doch hat sie uns niemals in diese hölle mit gezogen. da hat sie ein meisterstück geschafft.

ich habe viel von meinem vater. auch die positive energie, die kraft dinge immer so zu sehen, dass sie mich beflügeln...

und doch habe ich erleben müssen, was depression mit menschen macht...
bzw. noch viel wichtiger... lernen müssen nicht zu urteilen, nicht zu versuchen zu verstehen, was für mich unverständlich... und doch da zu sein. manchmal einfach nur zuhören.

ja... depression geht uns alle an. weil im grunde kann sie jeden treffen... auch wenn ich nicht glaube, dass es mich trifft... wissen tue ich es nicht.

gldg

PS... ein buch dass mich sehr bewegt hat ist "mängelexemplar" von sarah kuttner...
 
Erschüttert
Es tut mir so leid, es schmerzt das alles zu lesen.

Ich sage aber auch Danke für die vielen offenen Kommentare.

Was braucht man bei Depressionen?

Zum einen man braucht einen guten Seelenarzt, der Körper, Geist, Seele betrachtet und keines davon ausschließt.

Es ist fast so wie Trauerarbeit, irgend etwas stirbt in einem, geht verloren, es wird so Dunkel. Ein Tunnel der kein Ende nimmt.

Rezept gibt es keines: Ausser mit dem Arzt und Partner, Freunden so gut als noch möglich zusammenarbeiten. Vielleicht eine Psychsomathische Klinik aufsuchen, aber rechtzeitig, nicht erst.....

Ich selbst arbeite mit einer Therapeutin zusammen, gehe so offen wie möglich durchs Leben. Schaue das ich die Frequenz bekomme, die Schwingungen die ich brauche. Ich lese sehr viel, höre Musik. Und schaue immer wieder wo finde ich Hilfe!

Versuche aber auch Hilfe weiter zu geben- wenn ich spüre es wird zuviel setze ich Grenzen. Im Moment habe ich so ein Glücksgefühl, weil ich Hoffnung im Herzen trage. Hoffnung mit der ich auch meinen Mitmenschen helfen kann.

Näheres hätte mit Werbung zu tun: ich halte mich aber an das Werbeverbot und werde nicht einfach hier hineinschreiben- was ich zur Zeit mache... Aber es hat mit Delphinen zu tun, bzw sie ermöglichten das die Menschen hoffen können... Ich liebe ja die Delphintherapie und die Therapie mit Pferden, aber auch Hunden... Ich habe meinen drauf abgerrichtet, das er mir sogar im Haushalt hilft (lol)! Die anderen Hausbewohner staunen immer wenn sie sehen, wie er Küchenrolle und leere Plastikflaschen weg trägt. Habe ich als Welpe gemerkt da brachte mir mein Mädchen, immer die Sachen die runtergefallen waren, wie Taschentücher, oder Socken... Na dann habe ich gesagt: "Bring mir das"! Und hingezeigt und siehe da! Das macht einfach ein flow Erlebnis. Ich versuche mich immer an Glückmomente zu erinnern, gemeinsames Bad mit meinem Hund, Spazierengehen, oder spielen. Auch das Spielen draussen, Ballspielen, Schneeballwerfen, es gibt so vieles- ich nannte sie immer mein BLUMENKIND! Weil sie immer die Blumen so abriecht! Als Welpe erreichte sie nicht einmal den Blumentopf und heute wird sie bald 13 Jahre. Ich liebe sie meine Jessy.

Tiere beruhigen mich einfach: Wenn ich Bilder sehe mit Walen, Delphinen, Pferden, Hunde, Katzen, aber auch Wildtieren und vielleicht noch ein bisschen Musik, das zaubert ein Lächeln in mein Gesicht. Ich male auch Delphine oder puzzle sie und andere Tiere auch schöne Landschafen suche ich mir aus und wenn ich sie nur zeichne oder puzzle.. aber es ist dann meins...:-)))))
 
Auch in ...
meinem Umfeld gibt`s Menschen, die an Depressionen erkrankt sind/waren und sich dann auch das Leben genommen haben.

Vor Jahren einFamilienvater , 2 Kinder, hat sich im eigen wohnzimmer erhängt; seine Frau kam mittags nach Hause und fand ihn (Gott sei Dank nicht die Kinder); jedoch hatte er eine sehr traurige Kindheit und sein ganzes Leben darunter gelitten ... depressionen waren die folge ... und auch ein glückliches Familienleben konnte seinen Suizid nicht verhindern...

Und die Mutter einer ehemaligen Freundin (knapp 60), "gutsituiert" ...
stürzte sich von einem Hochhaus in den Tod. Die Freundin hatte nie was erzählt, dass ihre Mutter an Depressionen litt...

Sie alle lassen ratlose Angehörige, von Selbsvorwürfen gepeinigt zurück ... dieses grausame "Hätt ich doch ..." Was alles nur noch schlimmer macht.

Depressionen sind teilweise auch begleitet von irrationalen Gedanken, Ideen, Ängsten, was vielleicht auch diese endgültigen Handlungen scheinbar "sorgenfreier" Menschen erklärt.Meistens sind diese Handlungen auch geplant und daher nicht zu verhindern, hat damals der Psychiater gesagt.

Mich irritiert, dass es anscheinend heute diese Krankheit verstärkt auftritt.
Wir sind doch alle so offen, reden über TAbuthemen in allen Medien, so nach dem Motto. "Schütt nur dein Herz aus, es hören dir alle zu ...." Oder ist das nur rein Projektion nacvh außen ....in wahrheit zerbrechen viele an dieser sozialen Kälte ...

SoH
 
eben
das ist es auch, was mich so irritiert.
wir reden in allen medien über alles, überall findet
man angeblich verständnis, und dennoch kommt
mir vor, dass depressionen immer häufiger werden.

und eben auch bei frauen, bei denen ich niemals gedacht
hätte, dass sie auch nur depressive gedanken haben
könnten.
wie meine bekannte, eine dieser tollen frauen,
erfolgreich im beruf, funktionierende familie, eine
die alles so locker "schupft", wo ich immer dachte,
wie macht sie das nur.... und jetzt depressionen oder
burn out, wahrscheinlich beides.

vielleicht verstecken ja viele ihre wahren gefühle und
gedanken, spielen eine rolle, wollen stark sein,
bewundert werden und zerbrechen dann letzendlich
doch daran.

liebe grüße
 
es bleibt zu unterscheiden ...
... zwischen endogen und exogen.

endogen hat ursachen, die im eigenen körper liegen. (danke magda f den hinweis auf den möglichen zusammenhang mit herzfehlern! und auch sonst <3 )
denkt doch mal nur, wie sich hormone auf emotion und wahrnehmung auswirken können!

exogen ist die depressionsform, die von außen kommt. sei es ein schiksalsschlag, tod eines nahen angehörigen wie eltern oder kinder (ich kann das fast nicht hinschreiben, so furchtbar ist nur der gedanke daran), das plötzliche und/oder grausame ende einer liebes/lebensbeziehung, all diese ereignisse, die uns sprichwörtlich den boden unter den füßen wegziehen.
oder die andere, die schleichend kommend, hand in hand mit burnout

letztere ist eigentlich auch genau das, wo wir möglicherweise gegensteuern könnten.

ich muss jetzt leider aus dem haus, habe termine bis abends, daher verabschiede ich mich einstweilen. aber ich denke ganz viel über das thema nach.

herzensgrüße derweil
eure jackie
  • jh,
  • 2012.01.26, 11:51
 
Liebe Jacki
Da gebe ich Dir recht!

Gerade das ist der Grund warum ich jetzt mit dieser Firma zusammenarbeite, wo der ich dir geschrieben habe..!

Den diese Firma hilft mit ihrem Gerät, das im Ultraschallbereich arbeitet, das Gehirn Sychron zu schalten. Und damit wieder Handlungsfähig zu werden und Verantwortung tragen zu können. Es unterstützt das Gehirn dabei!

Ich habe gesehen und gespürt wie sich Peter bis zum Abend hin verändert hatte, er war plötzlich schmerzfrei und auch ich fühlte mich sehr wohl, wir waren ja beide eine halbe Std angehängt...Plötzlich spürte ich so eine Ruhe und einen Frieden. Was ich nicht für möglich gehalten hatte, es nicht glaubte. Ich wurde positiv überrascht! Und Peter auch! Die Durchblutung war wieder mehr gegeben, weil sich die Blockierten Gefässe öffnen konnten.
 
Liebe jackie!
Wie du ja weißt, hat mich vergangenen Herbst auch eine Depression mit Panikattacken überrollt. Langsam geht´s wieder ins Helle- dank meiner Therapeutin! Das war das beste, was ich jemals für MICH getan habe -der Entschluss, mir selber wieder auf die Beine zu helfen, indem ich an mir arbeite, meine Gedanken und mein Verhalten zu verändern.Meine Eigenmotivation und Selbsteinsicht, an diese Sache ranzugehen waren schon ein Teil des Erfolgserlebnisses - so meine Therapeutin!

Und, ich muss ganz ehrlich sagen, seit ich mit diesem meinem Problem offen durchs LEben gehe, bekomme ich sehr viel Verständnis entgegengebracht, Bewunderung, wie schnell ich wieder auf den Beinen war, Interesse - denn viele unter uns leiden an der selben Krankheit.

Das sich eingestehen - war für mich ein ganz wichtiger Schritt!

Ja, und ich finde auch ,dieser Blog sollte wieder belebt werden!

Ganz liebe Grüße
Butti
 
Kanns mir jemand erklären...???
Nein - nicht wirklich!!
Ich kenne mehrere in meinem Freundeskreis und in der Arbeit, die schon mit Depressionen zu kämpfen hatten, in meinem näheren Umfeld hatte ich 5 Fälle von schwerem Burn Out!

ABER - verzeiht mir, ich kanns trotzdem nicht nachvollziehen!
Weil ich einfach nicht weiß wie das ist. Muss ich jetzt ein schlechtes Gewissen haben?

Mir ist es auch nicht immer gut gegangen, hab manches erlebt, wo andere sagten, sie hätten an meiner Stelle durchgedreht, doch irgendwie ist dieser depressive Kelch immer an mir vorbei gegangen.


Deswegen die Frage: Kanns mir jemand erklären??!!
Wie ist das? Wie erkennt man das?

Eine meiner besten Freundinnen hat immer wieder schwere Depressionen. Da meldet sie sich einfach nicht mehr und hebt nicht ab, wenn man sie anruft, reagiert nicht auf Mails - dann weiß ich Bescheid.

Meine beste Freundin, die 2010 gestorben ist hatte ebenfalls immer wiederkehrende Depressionen und ist zerbrochen dran (unter anderem)

......und ich hab nicht mal eine Ahnung wie sich das anfühlt......


LG
eve
 
dunkelheit
hallo jackie,
vielen dank erstmal, für deine anteilnahme. ich kann dir schildern, wie ich meine Depression empfinde:
aus dem NICHTS, wirklich ohne Anlass, legt sich blítzartig dichter, undurchdringbarer Nebel um mich. Aber es ist nicht nur so, dass ich nicht mehr "nach vorne" blicken kann, dieser Nebel ist schlimmer, als es je in einem Horrorfilm dargestellt wurde. Er lähmt. Er lähmt die Gliedmaßen. Er lähmt den Geist, er lähmt die Empfindungen, er lähmt das Bedürfnis, sich mitzuteilen.
das heißt für mich, ich sehe keinen Ausweg, mein Leben erscheint mir "unlebbar". Nicht zu bewältigen. Ich möchte nur, dass das alles ein Ende hat.
Mein "Glück" ist, dass ich ein furchtbarer Feigling bin, sonst wäre ich nicht mehr hier.
Ich hatte innerhalb von zwei Jahren 2 Burnouts, war immer Workoholic, und bin nach dem ersten Mal nach 3 Wochen Krankenhausaufenthalt und einer Woche Urlaub wieder Arbeiten gegangen. Dorthin, wo ich so stark gebosst wurde.
Ich habe meine guten Vorsätze bezüglich "normaler" Arbeitszeiten ca. 6 Wochen eingehalten, danach saß ich wieder bis zu 14 Stunden am Stück in meinem Büro.
So kam, was kommen musste.
Das 2. Burn out wurde super behandelt, jedoch kamen in der Endphase tiefe Depressionen dazu.
Heut hab ich erfahren, dass ich nicht mehr an meinen Arbeitsplatz zurückkehren kann, denn '"man weiß ja nicht, ob ès nicht wieder von vorne beginnt.'
Bis jetzt kann ich noch relativ gut damit umgehen. Ich hoffe es bleibt so, ohne dass mich der Nebel überfällt.

PS: ein Depressionsblog klingt super
 
Liebe alle
Die letzten Worte mit den Workhohlic geben mir das Gefühl, das manche Menschen von ihrem Leben regelrecht davonlaufen wollen. Bald müssen sie aber merken, egal wo hin sie laufen, sie nehmen sich immer mit dabei. Ihr Körper bleibt da, ihr Geist umgibt sie, egal wo hin sie laufen.

Körper und Geist merken und spüren diese Ablehnung. He was ist los? fragen sie das ICH Das ICH antwortet nicht, dann noch einmal, es meldet sich der Schmerz: Heeee, was ist los? Es werden Medikamente genommen, "Halt den Mund, sagt das ICH"! Dann wird es immer Dunkler, den Geist reicht es, er ist beleidigt: "Mach was Du willst ICH ohne mich"! Dann spüren wir: Die Freude geht verloren, Dunkelheit breitet sich aus, Ruhelos wandern wir umher, können nicht mehr schlafen etc. Weil wir nicht mehr ganz sind, weil wir verlassen wurde, weil wir nicht mehr in der Selbstliebe, Selbstachtung sind. Es ist eine Liebesbeziehung, Körper, Geist und Seele und man muss aufpassen, sich selbst nicht zu verletzen.
 
Liebe JB
Ich weiß; hinschauen tut weh!

Ich machte das Jahrelang, ich Spiegelte meine Schattenbilder der Vergangenheit. Ich hatte Schuldgefühle!

Ich fragte mich: Hätte ich es nicht besser wissen müssen? Warum habe ich den falschen Menschen vertraut? warum so viel von mir gegeben? Warum habe ich erlaubt, das jemand so über meine GRENZEN gehen darf? Als Dank wollte er mich Vergewaltigen und hielt mir die Waffe am Hals!

Warum habe ich nur auf seine Entschuldigung reagiert?

Er war Erwachsenen Ich gerade 12 bis 13 als das geschah. Ich hatte da nach eine Post traumatische Belastungsstörung! Angstzustände, Panikattacken. In der Schule durfte es keiner erfahren, ich hatte noch Geschwister, die kommen sonst in ein Heim und ich bin Schuld! Schuld, Schuld! Alkohol, die Schuld wegspülen, Schule.... NEIN. Ich wurde Gemobbt, ich konnte nicht sprechen, ging sehr oft aufs WC- ich konnte mich nicht konzentrieren... ICH wäre beinahe Getötet worden nur weil ich Vertraute! Ich muss stark sein, habe Geschwister- doch der Körper lies es nicht zu- Kreislaufprobleme, schlimme Konzentrationsstörungen, die welche mich liebten fügte ich Schmerz zu! NEIN SO WILL ICH NICHT SEIN- Und dann bekam ich eine Chance bei einer guten Therapeutin. Sie lehrte mich vieles und ich lernte wieder zu vertrauen.... Heute arbeite ich im Bereich Mentaltrainig, Ich schaue auf Lebenslange Weiterbildung und schaue das ich positve Kraft bekomme, das Gute zu sehen ist wichtig, jeden Tag erkennen was hat mir dieser Tag gutes gebracht! Schuldgefühle vermeiden, es ist alles ein Entwicklungprozess....! Wir sind auf der Welt um Glücklich zu sein oder zu lernen es zu werden.

Die Mitmenschen lernt man durch negative Ereignisse kennen und durch positive, die negativen Ereignisse zeigen uns unsere Grenzen- Dann heißt es AUFSTEHEN, KRÖNCHEN RICHTEN und WEITER GEHEN! Die wichtigste Liebe ist die der Selbstliebe, sich selbst gutes tun, auf sich achten auf sich stolz sein zu dürfen, sich selbst annehmen und lieben. Aus "Fehlern" lernen, aber sich nicht verurteilen.

Natürlich gehen wir Gewandelt aus jeder dieser Situationen heraus. Wenn wir die Wahl treffen und hinschauen, sehen wir aber das wir oft stärker daraus hervorgehen, als zuvor...! Oft werden wir von der Raupe zum Schmetterling, vom kleinen Vogel zum Adler, von der kleinen Katze zum Tiger! Sie wecken den TIGER in uns und wissen es nicht
 
Die ...losigkeit.
Freudlos, hoffnungslos, wertlos, ziellos, zukunftslos.
Oft bemerken es die Betroffenen zu spät, da die Krankheit schleichend kommt. Und leider schämen sich die Betroffenen sehr oft, verheimlichen es daher, da in unserer Gesellschaft noch immer alles Anderssein negativ gewertet wird. Wenn jemand nicht von früh bis spät aktiv und perfekt ist, wird er ausgegrenzt und die depressive Stimmung noch verstärkt.
Dazu kommen später Angst und Zwang, denn jeder Mensch will anerkannt werden, geliebt werden und dies geht ja nicht, wenn man nicht dem Idol von: "Besser, schneller, stärker" entspricht.
Und dass Ärzte zu schnell und zu viel Psychopharmaka verschreiben ist eine plakative Behauptung. Sicher gibt es diese Ärzte, doch es gibt auch die anderen, die alternative Methoden kennen und empfehlen.
Die Therapien sind so vielseitig und verschieden, wie die Schulen dazu. Daher muß jeder für sich herausfinden, welche die richtige ist. Das aber ist gerade für depressive Menschen sehr schwer, da sie sich ja nicht vertrauen. Da sie die eigenen Gefühle nicht zulassen. Ein Teufelskreis.
Doch nie aufgeben! Solange ein Mensch atmet gibt es Möglichkeiten zur Änderung. Und nichts anderes ist nötig. Änderung!!!!!!! Die ewig gleichen Muster lassen Menschen im ewig gleichen Leid.
Gertrude